Welches Zeckenabwehrmittel?

 

Ab 7° werden die Zecken wieder aktiv. Das bedeutet, dass Zecken bei mildem Winter auch das ganze Jahr aktiv sein können. In der Regel beginnt in Süddeutschland das große Krabbeln – je nach Wetterlage – im März und endet im Oktober.

Ein Zeckenbiss wäre für den Hund gar nicht gefährlich, wenn die Zecke nicht so einige Krankheiten übertragen würde. Dazu gehören: Babesiose, Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose, ‚FSME.

Außer gegen Borreliose gibt es in D keinen Impfschutz. Gegen Borreliose werden für Hunde verschiedene Impfstoffe angeboten, die allerdings nur gegen drei Borrelienarten schützen. Insgesamt gibt es 43 verschiedene Borrelienarten von denen aber nur ein Teil in Deutschland vertreten ist. Also bevor ihr euren Hund impfen lasst, solltet ihr prüfen, ob die Impfung auch für die hier ansässige Borrelienart schützt.

 

Um unseren Hund zu schützen, lässt sich die Industrie so einiges einfallen. Von natürlichen Zeckenabwehrmitteln bis zur Chemiekeule wird alles angeboten.

 

Bitte bedenkt, dass das Mittel nicht nur gegen Zecken, sondern auch gegen Flöhe etc. wirken sollte!

 

Flöhe fängt man sich schneller ein als gedacht. Ein Kontakt mit dem Igel und zack ist der Floh auf dem Hund. Viele Hunde sind allergisch auf den Flohspeichel. Ein einziger Flohbiss kann einen sehr starken Juckreiz auslösen und bis zum Ekzem führen. Floheier werden nicht nur auf dem Tier, sondern in der Wohnung (z. B. in Körbchen, Polstermöbeln, Teppichen, Ritzen) abgelegt. Besonders bei warmen Temperaturen entwickeln sich aus den Eiern schnell neue Flöhe, die den Hund erneut befallen und wiederum Eier ablegen. Beheizte Räume bieten dafür optimale Bedingungen, sodass es gerade im Winter zu einer regelrechten Flohinvasion kommen kann.

 

Zur Chemiekeule gehören

Spot-On-Präparaten (Frontline, Expot, Advantage, etc.)

Halsbänder (Scalibor, Seresto,…. )

Tabletten (Bravecto, Simparica, NexGard…)

 

Alle Präparate enthalten als Wirkstoff unterschiedliche Insektizide. Manche sind in Deutschland als Insektizid zugelassen, manche nicht. Aber alle sind für den Hund zugelassen! Je nach Verabreichungsform gelangen diese Insektizide beim Hund in die Haut oder sogar in den Blutkreislauf.

 

Spot-On-Präparate sind Tropfen die dem Hund auf die Haut gegeben werden. In der Regel vertragen das die Hunde ganz gut. In Einzelfällen gibt es richtig böse HotSpots die tierärztlich behandelt werden müssen. Leider hat die Haut bereits die Tropfen aufgenommen und lösen weiterhin Reaktionen aus. Halsbänder können bei Unverträglichkeit einfach entfernt werden.

 

Allergische Reaktionen können immer auftreten und man kann überhaupt nicht vorhersagen bei welchem Wirkstoff der Hund reagiert.

 

Von Tabletten halte ich persönlich gar nichts.

Man bedenke: 5 Wochen nach Verabreichung einer Tablette stirbt das Insekt, wenn es Blut saugt. Außerdem steht auf dem Beipackzettel: Bei Zecken- und oder Flohbefall. Es steht nicht drauf zur Prophylaxe! Außerdem steht auch nichts von Zeckenabwehr, bzw. abschreckende Wirkung.

Spot-on-Präparate und Halsbänder haben eine repellierende Wirkung, also eine abschreckende Wirkung auf die Krabbeltiere. Das bedeutet, die Zecken saugen sich nur in seltenen Fällen fest.

Wobei ich immer wieder höre: „Wenn ich die Tablette verabreiche, hat der Hund keine Zecken mehr“. Hier taucht für mich die Frage auf: Wie hat sich der Stoffwechsel verändert und dadurch die Geruchsausscheidungen, dass die Zecke gar nicht mehr an den Hund möchte?

 

Achtet bitte bei den Chemiekeulen darauf:

Kann das Antiparasitenmittel bei der Verabreichung der Größe des Hundes angepasst werden? (Ein kleiner Hund bekommt weniger als ein großer Hund!)

Welche Darreichungsform? Spot-on, Halsband oder Tablette

Sind Kinder im Haushalt? Kleinkinder oder Größere? Wie giftig ist das Zeug für Kinder?

 

Weiter gibt es noch die natürlichen Abwehrmittel.

Kette und Ketten-Anhänger (Bernsteinkette, Tip-Click-Anhänger)

Sprühduft (Lavendelöl, Zitronella)

Futterzusatz (Knoblauch, Schwarzkümmelöl, Kokosöl)

 

Die Bernsteinkette wird einfach um den Hals gehängt. Anscheinend hat die Bernsteinkette einen hohen elektrischen Widerstand, den Zecken angeblich nicht mögen.

Tip-Click ist ein Anhänger der angeblich mit ganz schwachen, nicht messbaren Ultraschallschwingungen die Zecken vertreiben soll.

Lavendelöl, Zitronella und so manches Geruchsmittel soll die Zecken abschrecken.

Allerdings muss man relativ oft den Hund damit einsprühen.

Sollte man sich für Knoblauch, Schwarzkümmelöl oder Kokosöl als Futterzusatz entscheiden, sollte man auf die genaue Dosierung achten. Im Übermaß sind alle drei für den Hund schädlich.

 

Bei allen genannten natürlichen Abwehrmitteln muss man genau hinschauen, ob überhaupt eine Wirksamkeit durch eine Studie belegt wurde.

Vielleicht muss man auch nur an diese Mittel glauben.

Tatsächlich gibt es Fälle, wo solche Mittel gut wirken. Genauso viele Fälle kenne ich wo so was nicht wirkt.

Man muss es einfach ausprobieren. Ggfs. hat man genauso viele Zecken wie vorher und umsonst investiert. Aber man hat dem Hund auch nicht geschadet, außer dass es für so manchen Hund durch Geruchsbelästigung, Futtergeschmack eher einer Strafe gleicht.

 

Ich kann hier nicht alle Zeckenabwehrmittel aufführen und erklären. Das ist auch nicht meine Intension. Ich möchte nur dazu beitragen, dass ihr VOR GEBRAUCH den „Beipackzettel“ durchlest und euch über die unterschiedlichen Varianten informiert.

Welches Gift ihr eurem Hund in Regelmäßigkeit zuführt und aus welchem Grund, muss jeder für sich selber entscheiden.

 

Welches Mittel verwendet wird, ist auch immer von den Lebensumständen abhängig.

Lebt ihr mit eurem Hund in einem Zeckenreichen Gebiet?

Welche Krankheiten können in eurem Gebiet von Zecken oder anderen äußeren Parasiten übertragen werden?

Geht ihr in Urlaub? Wohin? Erkundigt euch bitte vorher, welche Gefahren von welchen Parasiten dort drohen und welche Vorbeugungen es gibt.

Leben Kinder/Kleinkinder im Haushalt?

 

Und dann muss man noch Abwegen, Vor- und Nachteile der Zeckenabwehrmittel im Gegenzug zu Krankheiten, die für den Hund auch tödlich verlaufen können.

 

 

Kontakt:

 

Petra Gunther

 

Tel.:   0751 45 33 5
Mobil 0170 546 3279

info@hugu-hundeschule.de